Zeitungsartikel über Frankena und dessen Einwohner

 

 

Nächstes Projekt in Frankena ist eine historische Schulstube - Lausitzer Rundschau vom 20. August 2010

Zahn der Jahrhunderte hat am Altar genagt - Lausitzer Rundschau vom 14. August 2010

Frankenaer Seniorenstammtisch auf Reisen - Amtsblatt der Stadt Doberlug-Kirchhain vom 30. Juni 2010

Opulente Orgelklänge in Frankena's Feldsteinkirche - Lausitzer Rundschau vom 30. Juli 2009

Heimattreffen und Bauernolympiade in Frankena begeistern bei der 780-Jahr-Feier - LR vom 30. Juni 2009

Osterfeuer 2009 - Eine Gemeinde macht ihrem Schlachtruf alle Ehre - Amtsblatt der Stadt Doberlug-Kirchhain vom 29. April 2009

Frankena feierte Dorffest für einen guten Zweck - Amtsblatt der Stadt Doberlug-Kirchhain vom 15. Oktober 2008

Böckchengassenfest - Feiern für eine neue Straße in Frankena - LR vom 08. September 2008

„Hohn ut de Tönn smieten“ mit Enrico Haisch aus Frankena - Lokalzeitung der Stadt Wanna vom Mai 2008

Orgelkonzert der Extraklasse - Lausitzer Rundschau vom 24. April 2008

Die Schönste von Frankena - Lausitzer Rundschau vom 09. August 2007

Geheimnisse des Raumklangs - Lausitzer Rundschau vom 09. August 2007

Abgrillen auf der Platte unter den Linden - "Trinkt, lacht und singt" - LR vom 02. Januar 2004

80. Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr - "Extra einen Chor gegründet" - LR vom 23. Juni 2003

 

 

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- Lausitzer Rundschau vom 20. August 2010, geschrieben von Heike Lehmann -

 

Nächstes Projekt in Frankena ist eine historische Schulstube

 

 

FINSTERWALDE. Freude und Erleichterung habe man empfunden, als die finanzielle Zusage für die Restaurierung des Frankenaer Altars einging, so Pfarrer i.R. Gottfried Alpermann aus Frankena. »Wir sind stolz auf unsere Kirche. Sie hat hohen Denkmalwert und Ausstattung. Die Orgel und der Altar gehören zu Kostbarkeiten in der Region«, betonte der Kirchenmann gegenüber Manfred Schäfer, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Elbe-Elster, der die Vertreter der evangelischen Kirchengemeinde Frankena zur symbolischen Fördermittelübergabe am Dienstag empfangen hatte.

Damit ist die Gesamtsumme, die die Aufarbeitung des Altars verschlingen wird, jetzt abgesichert. Die von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung bereitgestellte Summe wurde von der Sparkasse Elbe-Elster noch aufgerundet. Die glückliche Abordnung der evangelischen Kirchengemeinde hielt am Dienstag die Zusage über gut 11.000 Euro in der Hand.

 

Manfred Schäfer (l.) übergibt die Zuwendung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung an die Frankenaer.

(Foto: Heike Lehmann)

 

Für Besucher offen

Die Frankenaer werden nicht müde, ihre »Schätze« den Besuchern zu zeigen und die Orgel in Konzerten klingen zu lassen. »In enger Zusammenarbeit mit der Wirtin vom Erbhof kommen immer wieder Besuchergruppen in unsere Kirche. Damit wird über unsere Grenzen hinaus bekannt gemacht, was bei uns an Substanz und Schönheiten zurückgewonnen wird«, berichtete Gottfried Alpermann.

 

Nacht der offenen Kirche

Drei bis vier große Konzerte veranstalten die Frankenaer jährlich, damit auch Besucher in den Klanggenuss ihrer Schröther-Orgel kommen. Auch die Niederlausitzer Orgelreihe »Mixtur im Bass« ist regelmäßig in Frankena zu Gast. Christa-Maria Alpermann warb speziell für die zweite Nacht der offenen Dorfkirche am Samstag, 25. September, von 20 bis 24 Uhr. »Da bieten wir ein abwechslungsreiches Programm mit Musik und Literatur«, erklärte sie. Am Sonntag danach findet das »Konzert des Monats« in Frankena statt.

 

Als nächstes Vorhaben gehen die Frankenaer eine historische Schulstube in der alten Schule, wo bis Ende der 50er Jahre noch die Einklassenschule betrieben wurde, an. Das wird dann unter Regie des Dorfvereins »Wir in Frankena« laufen, informierte Bernd Wendland. »Die Einwohner haben schon Blut geleckt und suchen in ihren Häusern nach Utensilien«, weiß Gottfried Alpermann. Fördermittelanträge sind auch dafür schon gestellt.
 

 

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- Lausitzer Rundschau vom 14. August 2010, geschrieben von Heike Lehmann -

 

Zahn der Jahrhunderte hat am Altar genagt

 

 

FRANKENA. Die Frankenaer haben es geschafft: Seit Jahren sammeln sie Geld, um ihren Kirchenaltar restaurieren zu können. Mehr als 25.000 Euro würde das kosten. Vor wenigen Tagen war die Summe beisammen. Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung gibt einen großen Teil dazu.

 

Die Mitteilung über die Spende sei eine große Überraschung gewesen, so Christa-Maria Alpermann. Immerhin haben die Frankenaer dafür einen zweiten Anlauf nehmen müssen, im vorigen Jahr noch mussten sie die Ablehnung verkraften. »Dafür ist es jetzt wie Weihnachten und Ostern zusammen«, freut sich Pfarrer i.R. Gottfried Alpermann. Der Altar ist das älteste Ausstattungsstück in der Frankenaer Pantaleonskirche, sagt er. Wer genau hinschaut, sieht das auch. Der Zahn der Jahrhunderte hat an ihm genagt, der Holzwurm tut es bis heute.

Der Altar stammt aus dem Jahr 1696 - die Kirche selbst wurde vor 1250 erbaut. Drei Bildtafeln des Malers Michael Scharben aus Lübben schmücken den Altar. Sie zeigen das letzte Abendmahl, die Kreuzigung Jesu und die Himmelfahrt. »Wir sind stolz, dass wir so bodenständige Kunst in unserer Kirche haben«, sagt Alpermann. »Die Orgel ist eine wertvolle Schröther-Orgel, ein Sonnewalder Baumeister, und der Altar von einem Lübbener.«

 

2006 hatten die Frankenaer schon ihre Schröther-Orgel, ebenfalls nach einem beispielhaften Spendenmarathon, restaurieren können. Seitdem veranstalten sie regelmäßig anspruchsvolle Orgelkonzerte, bei denen das Instrument seine Klangvielfalt zur Geltung bringen kann. Aber auch bei den 14-täglichen Gottesdiensten wird die Orgel gespielt - von den Frankenaern Gottfried Alpermann, Daniela Reiche und Carolin Hammitsch.

 

Am Dienstag bekommt die evangelische Kirchengemeinde die Zuwendung von der Sparkasse. »Damit können wir der Restauratorin Martina Dürrschmitdt aus Großräschen endlich grünes Licht geben«, freut sich Christa-Maria Alpermann. Die Frankenaer legen Wert darauf, dass Firmen der Region die Aufträge bekommen. Das war so bei der Orgel und das wird auch beim Altar so gehandhabt.

 

Christa-Maria Alpermann vor dem restaurierungsbedürftigen Frankenaer Altar aus dem Jahr 1696 (Foto: Heike Lehmann)

 

 

Es sind in den nächsten Wochen nicht nur die Gemälde aufzufrischen. »Es sind auch einige Fehlstellen zu ergänzen, wie ein Engelskopf mit Flügeln und eine Strahlensonne«, sagt Pfarrer Alpermann.

Beide Details liegen schon in der Kirche für die Montage bereit. Noch in diesem Jahr soll der Altar fertig werden. Schon jetzt schmieden die Frankenaer allerdings neue Pläne für weitere Sanierungsarbeiten: die Farbgebung in der Kirche ist beispielsweise nicht stimmig und die hölzerne Dachkonstruktion zudem schadhaft.

 

 

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- Amtsblatt der Stadt Doberlug-Kirchhain vom 30. Juni 2010, geschrieben von Horst Müller -

 

Frankenaer Seniorenstammtisch auf Reisen

 

 

Unser Rentnerstammtisch führte am 14.06. seinen diesjährigen Ausflug durch. Unter dem Motto: „Wo haben die Frankschen ihre Frauen oder Männer hergeholt?“ hatte Karin Hammitsch eine schöne Reise durch unser Elbe-Elsterland organisiert. Unsere Fahrt mit dem Busfahrer Manfred Schulze begann in Frankena und führte über Schönewalde, Ossak und Münchhausen, jeweils mit Zustieg, nach Massen. Dort wurden wir in „Große's Dachbodenmuseum“ bereits erwartet. Wir waren alle sehr erstaunt, was hier auf dem Stallboden für wertvolle und seltene Gegenstände aus der Vergangenheit, zu sehen waren. Ich selbst war auch sehr erfreut, dass Kollege Große mit seinen Partnern so viel Ehrenamtliches für die Geschichte der Landwirtschaft getan hat und noch weitere Ziele vor sich hat.

Danach ging unsere Reise weiter nach Lichterfeld / Schacksdorf, vorbei an der beeindruckenden Förderbrücke über Klingmühl nach Sallgast zum Schloss. Hier haben wir eine schöne Mittagspause gemacht. Viele nahmen an einer Schlossführung teil, in der uns der Vorsitzende des Heimatvereins sehr interessante Dinge zur Geschichte des Schlosses und des Ortes zu berichten wusste.

 

Ohne durchgeführte Mittagsruhe ging unsere Reise zum nächsten Ziel weiter. Unser Motto verlangte es ja, dass wir noch einige Dörfer aufsuchen mussten. Also ging unsere Fahrt wieder nach Norden über Zürchel, Lieskau, Betten, Tanneberg, vorbei an Breitenau und Birkwalde, über Klein- und Großbahren, Dabern, Sonnewalde, Goßmar nach Pießig. Hier besuchten wir den Alpakazuchtbetrieb und wurden gleich herzlich von Familie Niemann begrüßt. Ich glaube, für uns alle war es ein ganz besonderer Anblick, einmal eine ganz andere Viehherde zu sehen. Es fehlten nur noch die südamerikanischen Berge. Nach einer Führung durch Familie Niemann wurden wir im Festzelt, welches noch von der Landpartie am Wochenende stand, gut mit Kaffee uns selbstgebackenem Kuchen versorgt. Wer wollte, konnte sich auch noch mit dicken warmen Sachen und Pulswärmern eindecken.

Der Zeitplan drängte, also ging unsere Reise weiter in Richtung Süden, fasst bis an die Kreisgrenze nach Elsterwerda. Der Erlebnis- und Miniaturenpark strahlte uns im schönsten Sonnenschein entgegen und zeigte uns das ganze Elbe-Elster-Land in Miniatur noch einmal mit seinen Schlössern und Burgen, dem Lausitzring, Naschobstgarten, Bonsaipark, Hochmooranlage und besonders dem Rosarium mit 760 verschieden Rosensorten, von denen eine schöner als die andere blühte. Ein besonderer Spaß für alle war die Fahrt mit der kleinen Parkeisenbahn, wo der Lokführer gleichzeitig auch den Park erklärte. Alle waren sich einig, eine sehr schöne Anlage, ein wunderbares Ausflugsziel für Groß und Klein.

 

 

Auf dem Heimweg war zum Abendessen ein Zwischenstopp in Schönborn bei Kniesches bestellt. Eine große leckere Schlachteplatte und so manches erfrischende Getränk wurde uns serviert. Doch bald hieß es, Abschied nehmen von der netten Wirtin, die ja auch aus Frankena stammt.

 

Ich möchte nicht vergessen im Namen aller Mitreisenden, den Dank an das Busunternehmen Pietzsch und besonderen Dank

an Karin Hammitsch für die perfekte Organisation unserer schönen „Mottofahrt“ auszusprechen. Wir freuen uns heute schon auf das nächste Jahr. Mal sehen, wohin dann unsere Reise geht. Unsere nahe Heimat im Elbe-Elster-Land bietet dafür sicher noch viele Ziele.

 

Euer Horst Müller

 

 

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- Lausitzer Rundschau vom 30. Juli 2009, geschrieben von Margarete Bönisch / red -

 

Opulente Orgelklänge in Frankena's Feldsteinkirche

 

FRANKENA. Bereits eine Stunde vor dem Orgelkonzert am Sonntag kamen über 30 Personen zur im Programm angekündigten Kirchen- und Orgelführung nach Frankena. Diese beschäftigte sich mit der Baugeschichte des imposanten Feldsteinbaus aus dem Mittelalter und natürlich dem wunderbaren Klang der Orgel.

 

Das Instrument wurde von Johann Christoph Schröther dem Älteren 1812 erbaut und ist nach den Worten von Albrecht Bönisch, Orgelsachverständiger für die Niederlausitz, das einzige spielbare Instrument dieses Meisters. Die Frankenaer Orgel ist wohl auch wegen ihrer Einmaligkeit nicht mehr aus der Konzertreihe „Mixtur im Bass“ wegzudenken. Sie hat übrigens die äußerst seltene Manualteilung in eine Mixtur im Bass und ein Cornett im Diskant. Daher wurde der Name für das nun bereits im sechsten Jahr stattfindende Orgelfestival abgeleitet und wegen dieser Teilung, womit auf einer Klaviatur zwei verschiedene Stimmen gleichzeitig erklingen können, hatte der eingeladene Gastorganist Prof. Jaroslav Tuma aus Prag ein Programm mit spanischer Orgelmusik ausgewählt.

 

„Unter den Pyrenäen“ lautete der Titel des mehr als einstündigen Musikabends mit den herrlichsten Klängen alter Meister. Der Balg wurde im gesamten Konzert per Fuß getreten, um dem Originalklang des 18.  Jahrhunderts möglichst nahe zu kommen. Es waren Stücke zu hören, deren Komponistennamen völlig unbekannt sind. So spielte Tuma unter vielem anderen ein Tiento von Francisco Correra de Arauxo aus dem 17. Jahrhundert, eine Orgelsonate von Pater Jose de Larranaga aus dem 18. Jahrhundert und die Katzenfuge g-Moll von Domenico Scarlatti.

Die dabei entstandene Musik ergänzte Jaroslav Tuma mit einer ersten Zugabe, noch bevor das Programm zu Ende war. Nach stehenden Ovationen der vielen auch von weither angereisten Orgelmusikfreunde war dann noch ein Tiento von Juan Bautista Jose Cabanilles zu hören, ein temporeiches begeisterndes Stück. Gottfried Alpermann, Pfarrer im Ruhestand, bedankte sich beim Künstler und beim Publikum mit den Worten: „Ein derartiges virtuoses Konzert hat diese Orgel wohl in ihrem fast 200-jährigen Leben noch nicht erlebt.“

 

 

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- Lausitzer Rundschau vom 30. Juni 2009, geschrieben von Mario Sanders -

 

Heimattreffen und Bauernolympiade in Frankena begeistern bei der 780-Jahr-Feier

 

FRANKENA. Schon vor Beginn der sportlichen Wettkämpfe am Wochenende war das Festzelt in Frankena am Freitagabend brechend voll. Der Einladung zur 780-Jahr-Feier waren Besucher aus China, Holland und vielen Teilen Deutschlands gefolgt. Lutz Köhler entzündete die olympische Flamme (Foto: Seidel)

 

Sigrid und Klaus Kollesser waren durch das Dorf gelaufen, hatten sinniert, wer wo wohnte, und organisiert, dass die Familienmitglieder benachrichtigt wurden. Zugleich schrieben sie, unterstützt von Gisela Albrecht, zusätzlich 130 Ehemalige an. 105 Zusagen und Anmeldungen trafen ein, darunter auch Chinese „Gottfried“.

Petra und George Frankena aus Heerenveen in den Niederlanden hatten vor drei Jahren im Internet nach einem Ferienaufenthalt gegoogelt und waren auf Frankena gestoßen. „Die hatten bereits eine Website vom Erbhof. Da schrieben wir eine E-Mail an Karin Hammitsch und besuchten das Dorf 2006 erstmals. Wir kamen genau zur 777-Jahr-Feier. Dabei erfuhren wir, dass über 100 Einladungen in alle Welt abgesandt worden waren. Diesmal hatten wir wieder das Gefühl, herkommen zu müssen.“

Im Festzelt gab es Wiedersehen zwischen Leuten, die seit 50 Jahren kein Kontakt zueinander hatten. Inge Kuske, verheiratete Erhard, war zwar bei Pfeifers Ursel vor vier Jahren anlässlich des Schultreffens. Aber insgesamt hatte sie Frankena seit 48 Jahren nicht besucht. Sie war erst nach Kirchhain gegangen, um dort als Friseurin zu arbeiten. Dann hieß es, für eine Saison nach Altenberg. Dort traf sie ihre große Liebe. Inzwischen ist sie 45 Jahre verheiratet, wohnt im Erzgebirge, hat aber wiederum einen Schwiegersohn aus Finsterwalde.

Brigitte Kopka, verheiratete Schneider, wohnt schon lange in Kirchhain. „Wir sind hier in Frankena eingeschult worden. Mein Vater war im Dorf Strippenzieher, also Elektriker. Viele von uns kamen damals aus Schlesien, und wenn ich mich umschaue, sind noch heute hier im Zelt sehr viele aus der alten Heimat. Man guckt sich an und erkennt sich erst nicht. Dann ist die Freude riesengroß.“

Ortsvorsteher Lutz Köhler hatte Tränen in den Augen, als er die Versammelten begrüßte. Als Erstgeborener von Köhlers Fritze war er vielen bekannt.  Als er mit seinem alten Schulkumpel Detlef Schumann durchgeführte Lausbubengeschichten zum Besten gab, hielt sich alle die Bäuche vor Lachen.

Sven und Ronny Kollesser, Opa Horst Müller und Christa Maria Alpermann sowie Karin Hammitsch verzauberten anschließend die Zuhörer mit Anekdoten und Geschichten aus dem Frankenaer Alltagsleben. Wer an diesem Abend fehlte, hatte wirklich was verpasst, war einhellige Meinung nach dem kurzweiligen Programm.

Mit besonderem Hallo wurde Anneliese Strahl, geborene Martin, die in Kürze ihren 88 Geburtstag feiert, begrüßt. Sie war die „Bekanntmachung“ in Frankena. Geboren in Hosena kam sie als Dreijährige nach Frankena. Die Eltern hatte die ehemalige Mühle in Sonnewalde gekauft. Als Gemeindedienerin, im LPG Büro und im Erntekindergarten sowie bei der Milchkontrolle arbeitete sie. Mit dem Fahrrad und der großen Glocke fuhr sie durchs Dorf, wenn etwas zu verkünden war. Sie hatte Georg Kaltenbach und Klaus Kollesser als Bürgermeister erlebt, bevor sie vor 30 Jahren nach Berlin verzog. Inzwischen wohnt sie seit zehn Jahren in Finsterwalde.

 

 

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- Amtsblatt der Stadt Doberlug-Kirchhain vom 29. April 2009, geschrieben von Konny Wieser -

 

Osterfeuer 2009

 

Eine Gemeinde macht ihrem Schlachtruf alle Ehre - „Frankena, halt durch!"

 

 

Es ist schon seit Jahrzehnten Tradition, dass sich Dörfer untereinander verfrüht die Osterfeuer abfackeln. Das dachten sich auch die Spitzbuben, die am frühen Karfreitagmorgen gegen 3.00 Uhr genau das in Frankena taten. Dabei waren die „Frankschen" diesmal ganz besonders stolz auf ihren riesengroßen „Scheiterhaufen“. Den haben sie sorgfältig Tag um Tag aufgeschichtet, doch an eine Brandwache hatte man nicht gedacht, auch nicht an so böse Spitzbuben, die es vorzeitig abfackeln würden.

Sie hatten wohl gedacht, uns den Abend vermiesen zu können, aber weit gefehlt! Sie hatten nicht bedacht, dass Frankena eine starke Gemeinschaft auszeichnet und das haben sie dann auch bewiesen.

Ab 8.00 Uhr am Ostersamstag wurde geschnitten, geladen und aufgeschichtet was nur ging, um wieder ein stattliches Osterfeuer zu bekommen. Gegen 18.00 Uhr war alles vorbereitet. Trotz allen Umständen erlebte Frankena einen gelungenen Abend am Osterfeuer, der bis in den frühen Morgenstunden anhielt (die ersten fuhren schon zur Arbeit).

 

Allen, die mithalfen, sei nochmals recht herzlich gedankt.

 

Im Namen der Freiwilligen Feuerwehr Frankena, Konny Wieser

 

 

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- Amtsblatt der Stadt Doberlug-Kirchhain vom 15. Oktober 2008, geschrieben von Karin Hammitsch -

 

Frankena feierte Dorffest für einen guten Zweck am 06. September 2008

 

 

Leckerer Kuchen, Kaffeeduft und musikalische Umrahmung durch die Wehnsdorfer Blasmusikanten, so begann ein schönes Fest mitten im Dorf auf dem alten Schulhof. Die Organisatoren wuselten noch hin und her, als schon die ersten Gäste eintrafen. Mit dem Autokennzeichen TF (Teltow Fläming) gaben sie sich als treue Fans der Wehnsdorfer Blasmusik zu erkennen und freuten sich zu hören, dass Stephan Müller – er spielt im Orchester die Trompete – einer der fleißigen Organisatoren des Festes ist.

Er hatte auch die Idee,  seine Musikerkollegen zu fragen, ob sie bei uns spielen. Natürlich, keine Frage und das sogar kostenlos. Wir danken Euch herzlich, Ihr Wehnsdorfer, und wir wissen, es hat Euch bei uns gefallen!

Die Kinder haben inzwischen von der Hüpfburg Besitz ergriffen und nach und nach erkundeten die Gäste, was da denn noch für kuriose Spiele angeboten werden. Das Böckchenrennen schien schwierig, musste man doch mit einem hoch und runter hoppelndem Rad (ähnlich einer Fahrt durch Schlaglöcher) um die Hindernisse herum nicht zu schnell und nicht zu langsam fahren, sondern es exakt  in einer Minute schaffen. Auf den Punkt traf es Edgar Richter, dicht gefolgt mit 59 Sekunden durch Kyrill Schmidt und knapp auf Platz drei radelte Roland Kauer.

 

Heiß umkämpft wurde der Sack Getreide, den es als ersten Preis beim Großraumwürfeln zu gewinnen gab. Schließlich war das eine Disziplin, die von Klein und Groß locker zu bezwingen war. Entsprechend groß war auch die Beteiligung und so kam es dann beim Kampf um den dritten Platz zu einem wohl einmaligen Stechen in der Frankenaer Dorffestgeschichte. Es wurden aufgerufen: Helene Reiche, 2 Jahre alt, und Horst Müller, 72 Jahre alt. Unter großem Beifall spazierten beide Hand in Hand zum Wettkampf. Die kleine Helene hatte Mühe, die großen Würfel zu werfen und unterlag nur ganz knapp ihrem Gegner, der sich dann zur Freude aller Gäste den dritten Platz mit ihr teilte. Sieger wurde Daniel Höhne mit 18 Zählern, dicht gefolgt von dem lange führenden Gottfried Alpermann mit 17 Punkten.

 

Beim Baumstammkegeln gab es eine ähnlich breite Teilnehmerschar. So kam neben gestandenen Männern wie Edgar Richter, Bernd  und Daniel Höhne sowie Horst Piontek die erst sieben Jahre alte Lena Wendland ins Stechen. Mit Bravour schaukelte sie die Kugel, dass die Stämme nur so purzelten. Damit errang sie noch vor ihrem Opa den vierten Platz. Sieger wurde Edgar Richter vor Karin Hammitsch und Daniel Höhne.

Aufgespielt hatte indessen die Familie Schmidt aus Luckau für uns. Alpermanns Tochter Gertrud, Schwiegersohn Amund sowie die Enkelsöhne Kyrill und Nathan entlockten ihren Instrumenten jiddische, irische und europäische Folklore. Herzlichen Dank Ihr „Schmidties“, das war SPITZE - wir sehen Euch immer gern in Frankena!

 

Langsam zog der Duft des von Michael Schumann frisch zubereiteten Schweins am Spieß über den Festplatz. Auch die leckeren Grillwürste waren zum Verspeisen bereit. Da feiern ja bekanntlich auch hungrig macht, bedurfte es keiner großen Aufforderung zum Essen. Es schmeckte allen vorzüglich und alles wurde bis auf einen kleinen Rest verputzt. Mit großem Hallo wurden dann die Siegerehrungen in den Wettbewerben durchgeführt. Dabei wurden auch  Preise getauscht z. B. der Sack Getreide gegen den Sack Kartoffeln oder die Ski gegen die Fassadenfarbe, so lange, bis ein jeder zufrieden war. Dabei gab es noch viel mehr zu gewinnen. Dank vieler Sponsoren lagen noch jede Menge attraktiver Spenden auf dem großen Tisch. Da hatte Stephan Müller die zündende Idee – wir machen eine Versteigerung für den guten Zweck. Inzwischen war es dunkel geworden  – Stephan beschrieb gewitzt  und spritzig die „Objekte“, Bernd Wendland lief damit durch die Reihen, „verfolgt“ vom „Beleuchter“ Lutz Kölling. Es gab einen Riesenspaß, alle machten mit und bejubelten jede Steigerung um 50 Cent sowie letztendlich den Ersteigerer. Fast alles fand einen Besitzer, die allerletzten Sachen ersteigerte dann Enrico Reiche (alles in einem Karton), sicherlich auch für einen guten Zweck. Das Feuer loderte in der Feuerschale, die Familie Voigt freundlicherweise zur Verfügung stellte und damit ging ein schönes Fest zu Ende. Glücklich und zufrieden saßen noch einige zusammen unter dem Dach als prasselnder Regen niederging.

Danke an alle fleißigen Backfrauen und Helfer.  Danke an die Sparkasse Elbe-Elster, an die VR Bank Lausitz, an die Jagdgenossenschaft Doberlug-Kirchhain, die BayWa, an die Hasseröder Brauerei, an den Schankanlagenservice Roland Wölffer, an das Gardinenstudio Heike Drößigk, an die Malerfirma Köhler, die Fleischereien Weiland, Röhnert und Schlesinger, an die Bäckerei Bubner und die Gaststätte „Frankenaer Erbhof“.

 

Im Namen der Organisatoren Karin Hammitsch

 

 

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- Lausitzer Rundschau vom 08. September 2008, geschrieben von Mario Sanders -

 

Feiern für eine neue Straße

 

Frankenaer Dorffest lockt mit Frankschem Kuchen und kuriosen Spielen

 

 

FRANKENA. Um Geld für eine Straßensanierung an der Friedhofsmauer zu sammeln, kamen die Frankenaer auf die Idee, ein Dorffest zu organisieren. Und ihre Rechnung ging auf. Das ganze Dorf war auf den Beinen, um beim Großraumwürfeln und Baumstammkegeln mitzumachen.

 

Der Frankenaer Ortsbürgermeister Lutz Köhler freute sich, dass sich zahlreiche Gäste beim Böckchenstraßenfest mit Kaffee und Kuchen sowie Spanferkel vom Spieß verwöhnen ließen. Er berichtete vom Straßenbau: "Wir hatten bei uns erst die Münchhausener Straße, dann den Hagweg und danach die Dorfstraße gebaut. Wie immer waren die Alpermanns, die Hammitschens, die Wendlands und Horst Müller im Vorfeld besonders aktiv und engagiert. Doch dann fiel die Sanierung der 200 Meter zwischen Friedhofsmauer und ihren Grundstücken aus, weil sie ausdrücklich nicht im Fördermitteltopf berücksichtigt waren" , erklärte er zur Vorgeschichte.


Nun soll 2009 die Bushaltestelle mit einer neuen Buswendeschleife versehen werden. In diesem Zusammenhang wurde nachgefragt, ob nicht auch die 200 Meter mitsaniert werden können. Da es sich um eine reine Anliegerstraße handelt, muss ein hoher Eigenanteil erbracht werden, war aus dem Rathaus von Doberlug-Kirchhain zu erfahren. "Es wäre auch schön, wenn wir bis zu Wolfgang Jaroß, der jetzt im Rollstuhl sitzt und sich in der Vergangenheit sehr um Frankena verdient gemacht hat, noch asphaltieren könnten" , ließ Ortsbürgermeister Köhler wissen.
Was lag da näher, dachten sich die agilen Dorfbewohner, als ein Straßenfest zur Mitfinanzierung zu organisieren. Der berühmte Franksche Kuchen wurde gebacken. Stephan Müller, Mitglied bei den Wehnsdorfer Blasmusikanten, fragte bei seinen Musikerfreunden nach, und diese spielten kostenfrei auf. Die Jagdgenossenschaft Frankena spendete ein Spanferkel, welches von Michael Schumann aus Kirchhain fachgerecht zubereitet wurde. Die Kinder nahmen die Hüpfburg in Beschlag, und beim Großraumwürfeln, Baumstammkegeln und Böckchenrennen mit exzentrischen Rädern um Hindernisse herum wurden die Besten ermittelt.
Siegmund Seemann, seit 1966 Kirchhainer, der 1930 in Südbukowien im heutigen Rumänien geboren wurde und nach Kriegsende nach Lindena kam, fährt zwar häufig durch Frankena durch, doch Dorffeste hatte er hier noch nie besucht. "Ich las in der LR vom Fest und machte mich mit meinem Sohn auf den Weg in diese ländliche Idylle. Der selbstgebackene Kuchen ist Klasse. Hier herrscht eine wunderbare familiäre Atmosphäre" , lobte er.
Ursel Schumann hatte sich mit sieben weiteren Damen aus Kirchhain ins Nachbardorf begeben, um den tollsten Kuchen zu genießen. "Wir haben uns auch auf's Rad geschwungen, weil wir gestern im technischen Museum zur Weinprobe waren und den Kater rausstrampeln wollen" , scherzte sie. Für Anni Dietrich war wichtig, den Kaffeekranz mit netten Damen zugleich mit einem guten Zweck zu verbinden und Irene Richter ging los, um beim Großraumwürfeln den von Horst Müller (72) besorgten großen Sack voller roter Kartoffeln zu gewinnen.
Kyrill Schmidt (21) aus Magdeburg besuchte seine Großeltern Alpermanns und saß erstmals auf diesem gewöhnungsbedürftigen Rad beim Böckchenrennen. Er freute sich bereits mit seinem Bruder Nathan (18) auf ihren gemeinsamen Auftritt. Wir kommen immer wieder gern zum Musizieren her. Mit Geige, Gitarre und Schlagzeug spielen wir quer Beet durch die europäische Musikkultur“, war zu erfahren. Nathan amüsierte sich darüber, dass die Anwohner der ungeteerten Straße, die sich darüber aufgeregt hatten, bei der Sanierung unberücksichtigt zu bleiben, von den anderen Dorfbewohnern mit dem Straßennamen Böckchengasse belegt wurden. "Mit diesem Böckchenrennen und diesem Straßenfest machen sie sich über sich selbst lustig und hören auf, zu bocken" , kommentierte er.
Während Dieter Zenker sich zufrieden darüber zeigte, wie es im Dorf vorangeht, erklärte die an der Hauptstraße wohnende Rosemarie Schumann (74): "Wir haben unsere feste Straße. Doch es ist wichtig, dass auch für Wolfgang Jaroß der Weg bis zu seinem Haus asphaltiert wird. Da müssen wir was unternehmen.
"

 

 

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- Lokalzeitung der Stadt Wanna im Mai 2008, geschrieben von Fritz Schlichting -

 

Viele Westerwannaer und auswärtige Gäste beim Pfingstbaumaufstellen und „Hohn ut de Tönn smieten“

 

 

Wanna (fs). Seit dem Wochenende schmückt traditionsgemäß der Pfingstbaum den Dorfplatz in Westerwanna. Zum gesellschaftlichen Highlight hatten sich viele Gäste auf dem Dorfplatz versammelt. Viele Freiwillige beteiligten sich unter dem Kommando von Reinhard Busch und Fritz Schlichting am Aufstellen der 23 Meter hohen Tanne, die von Hermann Wöbber  gestiftet wurde. Unter lauten Anfeuerungsrufen hievten die Mitglieder des Schützenvereins Westerwanna den Baum in die Höhe. Doch zuvor hatten die Damen des Vereins den Baum bunt geschmückt, mit Deutschlandfahne, Kranz, Girlanden und Krone. Die vielen Besucher spendeten viel Beifall für die Arbeit und bestaunten die hohe Tanne. Danach stärkten sich die Besucher an der Bierbude und am Grillstand und klönten mit Bekannten. Bis nach Mitternacht wurde gefeiert. Das Pfingstbaumaufstellen könnte man das Highlight in Westerwanna nennen, da trifft man sich jedes Jahr auf dem Dorfplatz wieder. Bei der Verlosung gewann Dennis Heinsohn den Pfingstbaum. Ein zweiter Pfingstbaum wurde tagsvorher auf der Heide „Wanhödener Weg“ aufgestellt. Hier hatten die Männer noch einiges mehr zu stemmen den die Fichte überragte mit fast 25 Meter die Tanne vom Dorfplatz um ca. 2 Meter.

Wolfgang Poit konnte seinen Titel „Hahnenkönig“ nicht verteidigen
Am Pfingstmontag traten sie an, die starken Männer, die beim „Hohn ut de Tönn smieten“ als Sieger vom Platz gehen wollten. Diese weit über die Grenzen von Wanna bekannte Gaudi begann pünktlich mit dem dreifachen „Kikiriki“ vom Vorjahrskönig Wolfgang Poit. Das urige Spektakel wollten sich auch Werfer aus den Niederlanden und Finsterwalde nicht entgehen lassen und warfen fleißig mit auf die Holztonne. Und dann ging es los, das werfen mit der Holzkeule auf die „Tönn“. Nach über drei Stunden hartem Kampf stand schließlich der Sieger fest. Vorjahrssieger Wolfgang Poit konnte seinen Titel nicht verteidigen.

Enrico Haisch aus der Sängerstadt Finsterwald neuer Hahnenkönig
Neuer Hahnenkönig 2008 wurde Enrico Haisch aus der Sängerstadt Finsterwalde in der Niederlausitz. Wenn auch der Sieger die weiteste Anfahrt hatte zu diesem Spektakel, so half er kräftig mit die Tonne zu zerschmettern und war schließlich der verdiente Sieger. Nach der Siegerehrung durch die Vorsitzenden Uwe Schult und Reinhard Busch durfte das traditionelle „Kikiriki“ natürlich nicht fehlen. Obwohl aus der Sängerstadt kommend muss das aber bis zum Schützenfest im August noch ordentlich geübt werden.
Es war und bleibt das Ziel des Schützenvereins Westerwanna, neben den schießsportlichen Veranstaltungen auch das gesellige Miteinander in Westerwanna zu pflegen. Aus diesem Grund hat sich der Schützenverein auch in diesem Jahr wieder besonders viel Mühe gegeben, um die traditionellen Pfingstveranstaltungen zu einem Erlebnis werden zu lassen. Ein Dank geht an die Gäste aus den Niederlanden die dem Schützenverein Westerwanna einige der Holztonnen stifteten, sodass diese Veranstaltung für einige Jahre gesichert ist.

 

 

 

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- Lausitzer Rundschau vom 24. April 2008, geschrieben von Mario Sanders -

 

Orgelkonzert der Extraklasse

 

Belgischer Künstler erklärt Frankena zu seinem deutschen Lieblingsdorf

 


FRANKENA. Ein Orgelkonzert der Sonderklasse erlebten die mehr als 60 Zuhörer in der Dorfkirche St. Pantaleon in Frankena. Organisator Rudolf Bönisch schwärmte bereits während seiner Begrüßung von der wunderschön restaurierten Kirche und dem einzig erhalten gebliebenen Instrument des Sonnewalder Orgelbauers Johann Christoph Schröther, das dieser im Jahr 1812 geschaffen hatte. Der belgische Organist Serge Schoonbroodt griff an seinem Geburtstag zum dritten Mal in Frankena in die Tasten.

Dieser Meister der «Alten Musik» , der weltweit bei großen Festivals auftritt und 2006 in Peru das «Festival International de Musica de Arequipa» gründete, bereitete sich und den Zuhörern ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk.

Dieser «am schönsten klingenden barocken Orgel der ganzen Niederlausitz» (Bönisch), die durch Orgelbauer Markus Roth aus Guhlen mit höchster Handwerkskunst restauriert wurde, entlockte Serge beim «Echostück über eine Wandlung» hüpfende, tirilierende Töne, die abrupt vom Gesang des Organisten unterbrochen wurden. «In Frankena, da bin ich gern» erscholl es von der Empore, um witzig, frech, frisch und verspielt romantische Orgeltöne folgen zu lassen, die durch zwitscherndes Pfeifen des Künstlers ergänzt wurden. Hiernach konnten die Anwesenden ihren großen spontanen Beifall einfach nicht zurückhalten.
Mit dem absolut selten gespielten Stück «Flos Vernalis» eines anonymen Komponisten von 1320 wurden die Zuhörer in die Zeit der fränkischen Besiedlung und des Baus der Kirche zurückversetzt. «Diese Komposition wurden für einen Typ Orgel geschrieben, den es heute nirgendwo mehr gibt» , erklärte Orgelsachverständiger Albrecht Bönisch (26).
Da die Orgel in ihrer Ursprünglichkeit zu hören sein sollte, wurde sie ohne Motor, nur durch zwei junge Balgtreter (Kalkanten) mit Luft versorgt. Als nun die großen Pfeifen für die tiefen Töne viel Wind verbrauchten, war plötzlich die Luft alle, was Karl Trepsdorf zur Belustigung der Umsitzenden zur Äußerung veranlasste: «Früher hatte der Kantor für solche Fälle für den Kalkanten einen Rohrstock zur Hand» .

Mit dem Werk «My lady careys dompe» aus dem 16. Jahrhundert wurde die ehrwürdige Kirche in einen famosen beschwingten jazzigen Tonreichtum gehüllt, der von einer barocken deutschen Orgel niemals zu erwarten gewesen wäre.
Serge Schoonbroodt pries die Arbeit des Orgelsachverständigen Bönisch, des Orgelbauers Schröther sowie des Restaurators Roth. «Hier wurde auf so hohem handwerklichen Niveau gearbeitet, dass es eine Freude ist, der Königin der Instrumente Töne zu entlocken» , ehrte er. Für die Flaute traverse, ein Register, welches Querflötenstimmen imitiert, habe Markus Roth den Holzwurm aus den Pfeifen vertrieben und die gewünschten Töne zurückgebracht. «Ich liebe diese Orgel, und auch die Menschen in Frankena, die sehr gastfreundlich sind. Wenn ich wieder nach Europa komme, wird auch ein Besuch in Frankena, meinem Lieblingsdorf in Deutschland, auf der Agenda stehen» , versprach Serge Schoonbroodt

 

 

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- Lausitzer Rundschau vom 09. August 2007, geschrieben von Rudolf Bönisch -

 

Die Schönste von Frankena

 

Serge Schoonbroodt konzertierte auf der Schröther-Orgel

 

 

"Wünschen Sie ein Programmblatt?" Diese Frage wurde zigfach am Sonntag beim Eintreffen der Konzertbesucher vor der Kirche in Frankena gestellt. Und es wurde gewünscht, denn der belgische Künstler Serge Schoonbroodt hatte speziell für diesen Abend ein buntes Repertoire von Stücken unbekannter Meister wie Paul Siefert, Istfried Kayser, Joseph Lederer oder Johann Baptist Peyer vorbereitet. Nicht wenige Besucher waren angereist, um dieses "andere" Klangprogramm mit zu erleben.

 

Einige Besucher kamen aus Lübbenau und Dahme, andere wiederum waren Berliner oder Chemnitzer. Neben den Frankenaern selbst, die wieder einmal ihre Orgel von professionellen Händen und Füßen gehört spielen wollten, füllten auch Finsterwalder, Doberlug-Kirchhainer und Luckauer die Bänke im Kirchenschiff und auf der Empore. Die Einladung zu "Mixtur im Bass - Konzerte an historischen Orgeln der Niederlausitz" fand vollen Zuspruch.

Eine Stunde vor dem Konzert begann die geplante Kirchenführung. Die Mitte des 13. Jahrhunderts aus regelmäßig behauenen Feldsteinen erbaute Kirche habe eine markante Dreiteilung in Turm, Saal und Chorraum. Die heutigen Tür- und Fensteröffnungen stammten erst vom Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Turm aus Backstein hingegen sei schon 1488 aufgesetzt worden, erfuhren die Besucher aus der Führung im und rund um das Gebäude. Besonderes Interesse fand auch der "Schachbrettstein" an der südwestlichen Turmecke.

Im Inneren lud Pfarrer Gottfried Alpermann zu einer Besichtigung der tonnengewölbten Sakristei, einem mittelalterlichen Kirchenanbau ein. Viele, die durch die enge Pforte den Raum betraten, zeigten sich von der dort herrschenden Stille berührt.

Serge Schoonbroodt

 

Das bedeutendste Ausstattungsstück der Frankenaer Kirche ‑ die historische Orgel ‑ sei das einzige erhaltene Instrument des einst in Sonnewalde tätigen Orgelbauers Johann Christoph Schröther d. Ä., erläuterte Albrecht Bönisch aus Leipzig, Sachverständiger der Landeskirche für die Niederlausitzer Orgeln. "Das besondere ist die Manualteilung in Mixtur im Bass zweifach und Cornet im Discant dreifach", erklärte Bönisch den vielen mit auf die Orgelempore gestiegenen Besuchern. "Diese Register gibt es so nur im Niederlausitzer Orgelbau und daher wurde der Name der gesamten Konzertreihe Mixtur im Bass ‑ Konzerte auf historischen Orgeln der Niederlausitz entlehnt."

Nach der Führung nahm Serge Schoonbroodt die Bank der 2006 von Orgelbaumeister Markus Roth restaurierten Orgel für sich ein und begann das Konzert mit dem Werk: My lady careys dompe. Bereits zum zweiten Mal in Finsterwalde spielte sich der belgische Künstler an der "Königin der Instrumente" schnell in die Herzen der Besucher.

Darauf folgte eine wohlklingende Praeambel samt vier Fugen von Murschhauser, der Ende des 17. Jahrhunderts in München komponierte. Besonders beeindruckend war die "Toccata Prima" von Johannes Späth und auch die "Ciacona" von dem vor 300 Jahren verstorbenen norddeutschen Meister Dietrich Buxtehude.

Mitten im Konzert erhob sich der Zwei‑Meter‑Mann Schoonbroodt von der niedrigen Orgelbank und trug ein eigens verfasstes Lob auf die Frankenaer Orgel vor: "Zwischen den vielen, vielen Orgeln der Welt war sie, ist sie und wird sie sein: Die Schönste von Frankena."

Serge Schoonbroodt, international renommierter Interpret der "Alten Musik" und Gründer sowie Leiter eines großen Musikfestivals in Arequipa in Peru, stellte im weiteren Programm die "Flaute Traverse 8 Fuss" vor, für die eine Fuga von Johann Gottfried Walthers bestimmt war. Der historische Orgelklang wurde durch eine große Besonderheit bereichert. Der Künstler wünschte, den Orgelmotor ausgeschaltet zu lassen, und einen Bälgetreter für die notwendige Luft zum Erklingen der Pfeifen zu nehmen. Damit konnte der Klang wie im Erbauungsjahr 1812, als es noch keine Motoren gab, erzeugt und gehört werden.

Das leise Säuseln dieses technischen Gerätes wurde durch das schwache Stampfen des Calcanten abgelöst. Im Konzert tat dieses der mit der entsprechenden Körperstatur ausgestattete Orgelsachverständige Albrecht Bönisch. "Das wir ein Konzert mit handgeschöpfter Luft erleben durften, war beeindruckend", resümierte ein Besucher aus Lübbenau, der schon viele andere Konzerte der Mixtur‑Reihe besuchte.

Das blieb jedoch nicht die einzige Überraschung des Abends: Serge Schoonbroodt, der drei Jahre als Bassist im Kathedralchor von Notre‑Dame in Paris tätig war, sang zu einer Orgelimprovisation. Das Tuscheln da und hier im Raum, was das Konzerterlebnis ein kleinwenig störte, war durch die mit den Orgelklängen sich verschmelzende menschliche Stimme völlig erloschen. "Davon hätten wir gern noch mehr gehört", sagte Karin Thrun aus Berlin am Ausgang.

Vor dem Ende gab es aber noch einen großen Gartenblumenstrauß ‑ dem Künstler überreicht von Christa‑Maria Alpermann ‑ und eine lang beklatschte Zugabe des Meisters: "Mein junges Leben hat ein End" vom Niederländer Jan Pieterszoon Sweelinck.

Während die Orgelspezialisten wie Kirchenmusikdirektor Prof. Oskar Gottlieb Blarr aus Düsseldorf sich im Anschluss an das Konzert über den hervorragenden Erhaltungs- und Restaurierungszustand des historischen Instrumentes informierten, fanden viele Besucher vor der Kirche in Gruppen zu Gesprächen zusammen: Ein in jeder Beziehung gelungenes und zutiefst historisches Konzerterlebnis. Eben "Mixtur im Bass".

 

 

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- Lausitzer Rundschau vom 09. August 2007 -

 

Geheimnisse des Raumklangs

 

Serge Schoonbroodt und Knut Becker nehmen in Frankena ein Musikalbum auf

 

FRANKENA. Dass der belgische Künstler Serge Schoonbroodt für sein Orgelkonzert am Sonntag nach Frankena anreiste, kam dem Berliner Klangprofi und Labelinhaber Knut Becker gerade recht. Die beiden Musiker wollen die Woche nach dem Konzert nutzen, um in der Frankenaer Kirche ein Musikalbum aufzunehmen.

"Ich möchte den Orgelklang so natürlich wie möglich einfangen", erklärt Knut Becker sein Vorhaben. Dafür hat der Tontechniker in seinem weißen VW‑Transporter ein kompaktes und effizientes Tonstudio eingerichtet, dass er gerade vor dem Kirchengebäude parkt. Für die CD‑Aufnahmen musste lediglich ein Kabel in das Kircheninnere gelegt werden. Der Grund: Um den Klang der Orgelpfeifen so authentisch wie möglich zu erfassen, benötigt der Berliner ein einziges Mikrophon. "Als ich zum ersten Mal eine Orgelaufnahme gesehen habe, bei der mit mehreren Mikrophonen verschiedene Tonspuren aufgenommen und später mit dem Mischpult zu einem vollkommen neuen Instrumentenklang zusammengefügt wurden, hatte ich dafür kein Verständnis", so Becker. Die Orgel sei schon auf das perfekte Zusammenspiel der Pfeifen konstruiert worden. Genau diesen Klang gelte es zu erfassen.

Damit dieses Vorhaben gelingt, komme es vor allem auf die Position des Mikrophons im Raum an. Im Kircheninneren in Frankena ragt das kleine Gerät auf einem langen Stativ fast bis zur Empore. "Der Raum hier ist sehr trocken", sagt Serge Schoonbroodt. Das Gebäude erzeuge nur einen sehr kurzen Hall, worauf man sich sowohl bei den Aufnahmen als auch beim Spiel einstellen müsse, so der Künstler. Es sei viel schwerer, in Frankena als in einem anderen Kirchengebäude zu spielen.

Bereits eine Verschiebung des Mikrophons um 50 Zentimeter reiche, um einen vollkommen anderen Klang zu erzeugen, sagt Knut Becker aus Erfahrung über die Aufnahmen. Mehr als 50 Orgeln hat er in der Region schon für die Editionsreihe "Orgellandschaft Niederlausitz" aufgenommen. Die Herausforderung sei, die Besonderheit des Raumes und die Besonderheit des Instrumentes durch die richtige Positionierung des Mikrofons zusammenzubringen. Es sind meine Ohren, die bestimmen, ob das Ergebnis stimmig ist", sagt Becker. Er sähe sich als musikalischer Partner des Organisten. Beide müssten sich aufeinander einstimmen und jeweils verstehen, was der andere hört. Da Serge Schoonbroodt und Knut Becker zuvor noch nie miteinander gearbeitet hätten, sei zunächst die Herausforderung gewesen, sich innerhalb kürzester Zeit verstehen zu lernen. "Wir hatten am Anfang schon so unsere Spannungen", verrät Becker. Beide seien in ihren Anforderungen eben sehr spezifisch.

Der Hörer wird später davon jedoch nichts merken, Die vom Klangmeister entwickelte "schlichte" Aufnahmemethode, hat einen sehr klaren Klang zum Ergebnis, bei dem jede einzelne Pfeife hörbar wird und sich dem Hörer ein Raumgefühl bietet.

Die CD wird voraussichtlich zum Jahresende im Label Harp herauskommen. (ig)

 

 

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- Lausitzer Rundschau vom 02. Januar 2004, geschrieben von Katalin Vales -

 

"Trinkt, lacht und singt" singen die Frankenaer

beim Abgrillen

 

Wurst vom Grill im Dezember hat in Frankena eine fünfjährige Tradition

 

 

FRANKENA. Am vorletzten Abend des alten Jahres trifft man sich in Frankena zu einem für diese Jahreszeit eher ungewöhnlichen Ereignis: Seit nunmehr fünf Jahren wird in der Mitte des Dorfes ein letztes Mal der Grill angeworfen und es heißt: "Alle Mann antreten zum Abgrillen!"

 

Lachen, wenn andere frieren
Während sich Außenstehende darüber wundern, wie man bei minus fünf Grad auf die Idee kommt, ein Fest im Freien zu veranstalten, wird in Frankena gelacht: "Irgendwann muss ja schließlich im alten Jahr abgegrillt werden, warum nicht am Abend vor Silvester?" , fragt Karin Hammitsch, die Wirtin der Dorfgaststätte, amüsiert.
Beim Reden steigen durch die Kälte verursachte Nebelwolken, Sprechblasen gleich, in den Abendhimmel, Kinder spielen Fußball und "musizieren" mit Stöcken auf der Schubkarre mit dem Feuerholz, während die Erwachsenen zwischen "Rosenende" und "Paddenende" bei Glühwein und Grillwurst an der von Pfarrer Alpermann getauften "Platte Frankenaer City unter den Linden" zusammen schwatzen und lachen.
Der Kleinste unter den "Hardcore-Grill-Fans" war der zweijährige Leopold, das Enkelkind von Karin Hammitsch. Die Älteste war die 69-jährige Grete Naumann. Grillen ist eben ein Erlebnis für Alt und Jung. Jeder der kommt, bringt etwas mit. So läuft die winterliche Grillparty ganz unbürokratisch und ohne viel Aufwand ab. Die Kälte scheint niemanden zu stören, im Gegenteil, man vermisst den Schnee, der, wie vor zwei Jahren, in dicken Flocken fällt, damit wieder ein Schneemann und die dazugehörige Schneefrau gebaut werden können.

 

Den Ursprung kennt keiner
Verrückt ist das keineswegs, denn bei so eisigen Temperaturen schmecken der Glühwein erst richtig und die Bratwurst vom Grill noch viel mehr. Für die Kleinen gibt es warmen Apfelsaft und Tee. Und um kalten Füßen vorzubeugen, wird nicht nur der Romantik wegen ein Lagerfeuer nebst Schwedenfeuer entzündet.
Wie das Abgrillen ausgerechnet im tiefsten Winter seinen Platz fand, kann niemand mehr so genau sagen. Ein jeder weiß eine andere Geschichte dazu. Bernd Wendland meint: "Im Sommer kann ja jeder grillen, aber im Winter ist das schon was Besonderes." Insgeheim hat er den ganzen Abend noch auf den Schnee gehofft.

Milchbank stand in der Mitte
Ein zweiter erinnert sich, dass in der Mitte des Dorfes einst eine Milchbank stand und sich seit jeher in der Dorfmitte zwischen Wirtshaus und Kirche die Leute zu einem Schwätzchen zusammenfanden. Ein dritter fand es ungerecht, dass es an den Dorfenden bei den Teichen Sitzecken gab, aber im eigentlichen Dorfkern nichts los war. Er denkt, dass aus diesem Grunde die "Platte" an der Dorfstraße errichtet wurde.
Aber letztlich spielt es in Frankena keine Rolle mehr, wie, warum und weshalb das Abgrillen jedes Jahr am 30. Dezember stattfindet. Wichtig ist, das alle Spaß haben. Und blickt man in die lachenden Gesichter derer, die kommen und gehen, steht dies außer Zweifel. Auf einmal hakt sich ein jeder schunkelnder Weise bei dem Nebenmann ein, und das "Frankena-Lied" erklingt: "Trinkt, lacht und singt."
Damit ist der Charakter des Abgrill-Festes vortrefflich beschrieben, zu dem sich in jedem Jahr mehr und mehr Besucher einfinden.

 

 

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- Lausitzer Rundschau vom 23. Juni 2003, geschrieben von Kraft Stöber -

 

Extra einen Chor gegründet

 

420 Billionen Mark für einen Schlauch

 

 

FRANKENA.  Bevor das dreifache «Gut Wehr» zur Eröffnung der Festsitzung anlässlich der Feierlichkeiten zum 80. Gründungsjubiläum der Frankenaer Feuerwehr (20. bis 22. Juni 2003) durch den Saal des Frankenaer Erbhofes schallte, mussten erst noch einmal Tische und Stühle gerückt werden. Zu groß war der Andrang, als dass die vorgesehenen Plätze gereicht hätten. Denn wenn die Frankenaer Feuerwehr etwas los macht, dann weiß jeder im Dorf, dass sich das Kommen lohnt.

 

Zunächst wurden die Gäste aber gebeten, sich von ihren Stühlen zu erheben, um zwei junger Kameraden der Wehr in einer Schweigeminute zu gedenken, die bei einem Unfall am 29. April ihren Verletzungen erlegen waren. Zählt ein Dorf nur 340 Einwohner, sind in der Freiwilligen Feuerwehr über 50 Kameraden, 18 Kameradinnen und 15 Jugendliche, dann trifft es alle besonders hart, wenn zwei junge Menschen auf so tragische Weise aus den Reihen gerissen werden. Der ehrenvollen Pflicht taten alle schweigend genüge.
Das standardisierte Protokoll solcher Veranstaltungen sieht am Anfang immer eine Festrede vor. Die hätte in dem Fall der Ortswehrführer Horst Schemmel zu halten. Weil solche Reden aber immer ziemlich lang und ziemlich trocken sind, hatte man sich in Frankena etwas einfallen lassen. Horst Schemmel und der um viele Jahre jüngere Ronny Kollesser spielten einen Dialog, der vom Jetzt bis in die Anfänge der Wehr zurückblickte. Das war für alle äußerst interessant, denn die dem Spiel zugrunde liegende Chronik wird geradezu akribisch von Steffi Kluge geführt.
Ronny also in historischer Uniform, sozusagen der Gründungszeit der Feuerwehr entstiegen und Horst in seiner Funktion als Chef der heutigen Wehr, der sich auf seine Festrede vorbereiten musste. Schwerpunkt waren die letzten fünfzehn Jahre, und so gab es naturgemäß manchen Lacher, wenn an große Feste erinnert wurde, Beifall, wenn Trophäen im Feuerwehrkampfsport ihre Erwähnung fanden und auch ob der Tatsache, dass man meist aus zwei alten Löschfahrzeugen ein neues hergestellt hatte. Weit über 1 000 Arbeitsstunden wurden dafür investiert und das teuerste, so versichert die Chronik, sei die Farbe gewesen, die man zur Lackierung des Fahrzeuges brauchte.
Amüsant ging es durch die Jahrzehnte, bis man schließlich beim ersten Frankenaer Feuerwehrhauptmann Otto Wagner angekommen war und bei einem interessanten Beschluss aus dem Dezember 1923: Da wurde festgelegt, für die Feuerwehr 100 Meter Schlauch anzuschaffen. Der Preis ist auch noch verbrieft: 420 Billionen Mark! Es war also die Inflationszeit die mit der Gründerzeit der Frankenaer Freiwilligen Feuerwehr einher ging. Das machte die Sache damals nicht gerade einfacher, aber es fanden sich schon zu jener Zeit 33 Kameraden, die dem Gebot «Gott zu Ehr, dem Nächsten zur Wehr» folgen wollten.
Dieser angenehm lockeren Art der Festrede folgte dann der Auftritt des am Pfingstmontag gegründeten Feuerwehrchores. Die zehn Damen und Herren sangen zum Anlass nicht irgendwelche Liedchen, sie hatten Texte für das Fest und für ihre Feuerwehr geschrieben und die mit gängigen Melodien arrangiert. Schon beim zweiten Lied schunkelte der ganze Saal mit.
Dann kamen die Grußworte vom Kreisbrandmeister Günter Keil, dem Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes Klaus Töpfer und noch von einer Reihe weiterer Amtspersonen und Gäste. Sie alle hatten zwei Dinge zum Inhalt: Die freiwillige Feuerwehr funktioniert nicht ohne die Dorfgemeinschaft, und umgekehrt verhält es sich genau so. Und was die Wünsche anging, so bezogen sie sich nicht nur auf die Leistungen der Kameraden sondern auch und vor allem darauf, dass alle wieder gesund und ohne Schäden von ihren Einsätzen zurück kommen mögen.
Den Abschluss des offiziellen Teil des Festes machte der Chor. Und siehe da, die Frankenaer waren so gut drauf, dass der ganze Saal sogar einen Kanon sang. Dass sich die Gründung des Chores gelohnt hatte, zeigte der Applaus und der eindringlich Wunsch nach einer Zugabe. Also erklang auch noch die inoffizielle Frankenaer Hymne.
Dann ein deftiges Essen als Grundlage für mehrere spendierte Fässer «Löschwasser» und zum Gaudi für alle noch eine Modenschau, in der historische Utensilien der Feuerwehr präsentiert wurden. Für den erstaunten Beobachter war die Feststellung wichtig, dass dieses ausgelassene Treiben am Freitag nur der Anfang zu den Feierlichkeiten gewesen ist. Das ganze Wochenende ließen die Frankenaer ihre Feuerwehr wahrlich hoch leben.

 

 

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